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	<title>Pensum | Kaja Evert</title>
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	<title>Pensum | Kaja Evert</title>
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		<title>Acht Dinge, die mich produktiver gemacht haben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kaja]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Aug 2021 03:57:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Autor*innenleben]]></category>
		<category><![CDATA[Pensum]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich schreibe so langsam, wie die Schnecke kriecht – diese Wahrheit glaubte ich erkannt zu haben. Große Überraschung: Bei meinem aktuellen Dark-Fantasy-Roman, dem »Schnitter« (Arbeitstitel), konnte ich nach nicht einmal vier Monaten das »ENDE« unter die Rohfassung des Manuskripts setzen. Sicher werde ich noch viel mit der Überarbeitung zu tun haben, trotzdem: Was um alles [&#8230;]]]></description>
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<p>Ich schreibe so langsam, wie die Schnecke kriecht – diese Wahrheit glaubte ich erkannt zu haben. Große Überraschung: Bei meinem aktuellen Dark-Fantasy-Roman, dem »Schnitter« (Arbeitstitel), konnte ich nach nicht einmal vier Monaten das »ENDE« unter die Rohfassung des Manuskripts setzen. Sicher werde ich noch viel mit der Überarbeitung zu tun haben, trotzdem: Was um alles in der Welt hat mich diesmal so produktiv gemacht?<br>Ich habe einige Gedanken dazu notiert. Für alle, die überlegen, wie sie selbst produktiver an ihren Romanen arbeiten können, ist vielleicht die eine oder andere Idee dabei.</p>



<h2 class="wp-block-heading">1. Kurzen Roman schreiben</h2>



<p>Okay, diesen Faktor sollte ich nicht außer Acht lassen: Anstelle eines epischen Riesenplots hatte ich diesmal einen einfacheren Roman geplant. Ich schätze, es war eine Erleichterung, zu wissen, dass ich keine zig Plotfäden entwirren und keinen superkomplexen Weltenbau betreiben werde. Stattdessen wollte ich mich auf die Figuren, ihre Entwicklung und ihre Beziehung zueinander konzentrieren. Zuletzt sind ca. 90.000 Wörter dabei herausgekommen – immerhin eine passable Länge für einen Fantasyroman. Wenn auch kein Vergleich zu »Dornenritter« mit über 130.000 und »Nebelritter« mit (nach Kürzungsorgie) immerhin noch über 120.000 Wörtern. Mal sehen, wieviel nach der Überarbeitung noch übrig ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">2. Schreib-Buddy suchen</h2>



<p>Mein wunderbarer Schreib-Buddy <a href="https://aufanderenseiten.blog/" data-type="URL" data-id="https://aufanderenseiten.blog/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tasha Winter</a> hat den Entstehungsprozess des Romans von Anfang an begleitet, so wie ich die Entstehung ihrer Projekte begleite. Einen Schreib-Buddy zu haben ist toll und wahnsinnig motivierend. Wir tauschen uns jeden Tag über den Fortschritt aus und chatten. Das spornt an. Wenn ihr Schwierigkeiten habt, dranzubleiben, ist mein Tipp daher: Sucht euch einen Schreib-Buddy!</p>



<h2 class="wp-block-heading">3. Kapitel vorher plotten</h2>



<p>Plot und ich sind nicht die engsten Freunde, das ist bekannt. Trotzdem plotte ich vor dem Schreiben immer, und sei es auch nur grob. Bei diesem Roman habe ich die Handlung, die ich im Kopf hatte, vorher kapitelweise aufgeschrieben. So wusste ich während des Schreibens immer, was ungefähr als Nächstes passieren wird, und wohin das alles zuletzt führen soll. Offenbar hat es geholfen. Das probiere ich beim nächsten Projekt wieder! Allerdings habe ich mich kein bisschen an meine ursprünglichen Kapiteleinteilung gehalten: Statt den geplanten ca. 16 sind 36 Kapitel entstanden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">4. Druck rausnehmen</h2>



<p>Angeblich sind Menschen, die sich wohlfühlen und entspannt sind, auch besonders produktiv. Das kann ich nur bestätigen!<br>Während des Schreibprozesses habe ich diesmal bewusst den Druck herausgenommen und möglichst gut auf mich geachtet (nachdem ich mich im April zu stark unter Druck gesetzt hatte, <a href="https://www.kaja-evert.de/2021/05/30/blogartikel-von-selbstoptimierung-trackern-und-traeumen/" data-type="URL" data-id="https://www.kaja-evert.de/2021/05/30/blogartikel-von-selbstoptimierung-trackern-und-traeumen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">wie ihr hier nachlesen könnt</a>. Das betrifft mehrere Punkte:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Ich habe den <strong>Anspruch</strong> an mich selbst wesentlich reduziert. Am liebsten möchte ich immer den perfekten Roman schreiben: mit tollem Plot, tiefgründig, spannend, sofort perfekt formuliert. Diesmal habe ich mir gesagt: Alles egal! Schreib ihn halt einfach irgendwie. Es wird schon. <br>Es wurde.</li><li>Ich habe mir vorgenommen, meinen Roman im <strong>Selfpublishing</strong> herauszubringen. Auch wenn diese Art der Veröffentlichung sicher viele Hürden und Möglichkeiten des Scheiterns für mich bereithält, bietet sie auch wesentliche Vorteile, die das Arbeiten für mich entspannter gemacht haben. Ich wusste, für dieses Buch würde es keine Ablehnungen hageln und niemand würde mir wegen eventueller mieser Verkaufszahlen die Zusammenarbeit aufkündigen. Nur ich selbst hätte davon einen Nachteil, indem ich das investierte Geld nicht wieder herausbekomme (aber darauf habe ich mich ohnehin eingestellt).</li><li>Normalerweise schreibe ich ein <strong>Tagespensum</strong> von ca. 500 Wörtern. Diesmal habe ich das Tagespensum komplett <strong>abgeschafft</strong>. So habe ich mich viel freier gefühlt und lag oft weit über dem sonstigen Tagespensum. Ich glaube, dabei bleibe ich erst einmal. Allerdings, um das klarzustellen: Täglich geschrieben habe ich trotzdem, und zwar vor der Arbeit. Das mache ich immer!</li><li>Anstatt mich in meiner Freizeit unter Druck zu setzen, noch mehr zu schreiben, habe ich Dinge zur Entspannung gemacht: Freunde treffen, Gaming, Wandern, Brettspielrunden, Socken stricken …</li><li>Ich habe mich und meine Arbeitsweise akzeptiert: die chaotische Rohfassung, das nicht immer optimale Plotten, das generell langsame Schreiben. Und witzigerweise fielen die Nachteile diesmal (soweit ich bisher erkennen kann) gar nicht so sehr ins Gewicht wie sonst!</li></ul>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="694" src="https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2021/07/ACS_0462-1024x694.jpg" alt="" class="wp-image-3232" srcset="https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2021/07/ACS_0462-1024x694.jpg 1024w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2021/07/ACS_0462-980x665.jpg 980w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2021/07/ACS_0462-480x326.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /><figcaption>Wer entspannter ist, fühlt sich besser und ist häufig auch produktiver.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">5. Pause machen</h2>



<p>Bedingt durch eine OP hatte ich eine längere Pause von ca. zwei Wochen, in der ich nicht geschrieben habe. Hinterher war ich dann umso produktiver. Zu einer OP nur zwecks Erholung hinterher kann ich zwar niemandem raten, aber ich denke, zwei Wochen Schreibpause können auf jeden Fall sehr entspannend sein und sich später auszahlen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">6. Nicht entmutigen lassen</h2>



<p>Obwohl ich während des Schreibens – wie üblich – mehrere Durchhänger und schlechte Phasen hatte, habe ich mich nicht entmutigen lassen, sondern einfach weitergemacht. Dabei war mir natürlich meine Erfahrung eine Hilfe, da ich schon oft in ähnlichen Situationen war. Auch wenn alles verzweifelt aussieht, man den eigenen Text nicht mag, Rückschläge einstecken muss, lohnt es sich, weiterzuarbeiten. Wenn man es jeden Tag so macht, wird man irgendwann fertig! Das ist Fakt, auch wenn es in der jeweiligen Situation vielleicht unrealistisch erscheint. Und wer weiß, vielleicht sieht der ungeliebte Text am Ende dann doch nicht so schlecht aus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">7. Motivation durch Feedback</h2>



<p>Diesmal habe ich meine Follower*innen auf Instagram an der Entstehung des Romans teilhaben lassen und immer mal wieder winzige Leseproben gepostet. Es kamen jedes Mal Rückmeldungen von wunderbaren Menschen, die sich daran gefreut haben und mir geschrieben haben, dass sie gern den ganzen Roman lesen möchten und sich darauf freuen. Das war extrem motivierend für mich! Hier auch noch einmal ganz herzlichen Dank dafür! Gerade in den Phasen mit Durchhänger (s. o.) wurde ich dadurch ermutigt und angespornt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">8. Mehr lesen</h2>



<p>Ich hatte mir einen neuen E-Reader angeschafft, einige E-Books gekauft und insgesamt wieder mehr gelesen. Witziges und Ernstes, gute und schlechte Bücher, darunter die schlechtesten, die ich kenne! Ich kann nicht behaupten, dass mich gute Bücher mehr inspirieren als schlechte oder ich mich durch sie mehr verbessere, aber was ich genau weiß: Je mehr Texte ich lese, desto leichter fließen mir auch meine eigenen aus den Fingern.</p>



<p>Was meinst du – ist eine Idee für dich dabei? Oder was tust du, um produktiv an deinen Geschichten zu arbeiten? Hinterlass mir doch einen Kommentar, wenn du magst! Ich wünsche dir eine kreative und inspirierende Zeit.</p>



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		<title>Von Selbstoptimierung, Trackern und Träumen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kaja]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 May 2021 04:07:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Autor*innenleben]]></category>
		<category><![CDATA[Pensum]]></category>
		<category><![CDATA[Überarbeitung]]></category>
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		<category><![CDATA[Selbstoptimierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Tracker]]></category>
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					<description><![CDATA[Baby, dream your dream. Close your eyes and try it: Dream you write a book. Dream that they will buy it. &#8211; Frei nach »Sweet Charity« – Baby, Dream Your Dream Seit über einem Jahr sitze ich jetzt allein in meiner Winzwohnung im Homeoffice. Da kommt frau auf einige Gedanken, gute und schlechte. Ein guter [&#8230;]]]></description>
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<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Baby, dream your dream. <br>Close your eyes and try it: <br>Dream you write a book. <br>Dream that they will buy it. </p><cite>&#8211; Frei nach »Sweet Charity« – Baby, Dream Your Dream </cite></blockquote>



<p>Seit über einem Jahr sitze ich jetzt allein in meiner Winzwohnung im Homeoffice. Da kommt frau auf einige Gedanken, gute und schlechte. Ein guter Gedanke: Nicht länger rumsitzen, sondern endlich etwas tun, um die eigenen Träume zu verwirklichen!</p>



<p>Ich habe schon seit meiner Kindheit den großen Wunsch, viele Menschen mit meinen Büchern zu erreichen und zu begeistern, meinen eigenen Weg zu gehen. Als Autorin habe ich seitdem einige Erfolge gehabt, aber auch viele Rückschläge eingesteckt, die ich endlich hinter mir lassen will. Ein möglicher Weg, meinen Traum zu verwirklichen, schien mir Selfpublishing zu sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Meine Arbeitsweise</h2>



<p>Ich schreibe jeden Tag, meistens ein festgelegtes Pensum von 500 Wörtern, oft wird es etwas mehr. Damit schaffe ich recht zuverlässig ein Buch im Jahr. Das überarbeite ich dann meist noch mehrere Monate lang, denn ich bin eine chaotische Schreiberin und meine Rohfassungen sind oft wirr. Das Überarbeiten benötigt daher viel Aufmerksamkeit und Mühe. Mit dem Buch, das am Ende herauskommt, bin ich dann nach vielen Selbstzweifel-Phasen meist einigermaßen zufrieden.</p>



<p>Seien wir ehrlich: Noch vor ca. 10 Jahren, vielleicht auch weniger, hätte es als Leistung gegolten, ein Buch im Jahr zu schreiben. Diese Zeiten sind vorbei. Im Selfpublishing ist es nicht unüblich, ein Buch pro Monat zu schreiben, es innerhalb eines Tages zu überarbeiten und dann zu veröffentlichen. Selfpublisher*innen haben oft einen derart hohen Wortoutput, dass ich mich angefangen habe zu fragen, warum die Wortanzahl des NaNoWriMo (50.000 Wörter in einem Monat) eigentlich als hoch gilt – offenbar ist sie mittlerweile eher niedrig. Diese Zahlen kann ich nur staunend bewundern. Entsprechend sieht der Markt aus: Die Leser*innen erwarten schnellen Nachschub an Lesestoff. Ratgeber schreiben, das absolute Minimum im Selfpublishing wären zwei und ein guter Schnitt acht Bücher pro Jahr. Ich habe keine Ahnung, wie ich auch nur annähernd zwei schaffen soll. Selbst wenn ich nicht Vollzeit arbeiten würde, wären zwei Bücher mit meiner Arbeitsweise schon schwierig.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="681" src="https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2021/05/address-book-2246432_1280-1024x681.jpg" alt="" class="wp-image-2886" srcset="https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2021/05/address-book-2246432_1280-1024x681.jpg 1024w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2021/05/address-book-2246432_1280-300x199.jpg 300w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2021/05/address-book-2246432_1280-768x511.jpg 768w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2021/05/address-book-2246432_1280-650x432.jpg 650w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2021/05/address-book-2246432_1280.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Ich liebe das Schreiben – aber warum macht es immer sooo viel Arbeit?! (Symbolbild)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Die Konsequenz</h2>



<p>Es erschien mir sinnvoll, die eigene Arbeitsweise zu hinterfragen und zu ändern.<br>Also habe ich genau darauf geachtet, wie ich schreibe, und überall nach möglichen Fehlerquellen gesucht. Nach Dingen, die mich aufhalten und meinen Output verringern. Ich habe überlegt, wie ich meine Arbeitsweise ändern kann, mir Videos dazu angesehen, wie ich mein Wort-Output vergrößern kann, und tatsächlich: Es funktionierte. Jeden Tag habe ich meinen Wordcount festgehalten, und jeden Tag sollte es etwas mehr werden als am Tag davor. So viel ich aber auch schrieb, genug war es trotzdem nie. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass die Qualität doch ziemlich zu wünschen übrig ließ. Als würde meine Geschichte mit der Geschwindigkeit, in der ich sie schrieb, nicht mehr mithalten können.<br>Ich wurde gestresst, hatte keinen Spaß mehr am Schreiben, fing sogar an, die Geschichte, an der ich arbeitete, nicht mehr zu mögen. Der Gedanke, nach ihrer Fertigstellung sofort mit der nächsten anfangen zu müssen, dann mit der übernächsten, belastete mich. Auch hatte ich das Gefühl, gleich alles möglichst perfekt schreiben zu müssen, weil ich mir keine Zeit zum Überarbeiten nehmen durfte – das würde ja meinen Output bremsen.</p>



<p>Nach einer Weile war ich mit den Nerven fertig und hatte den Eindruck, meine aktuelle Geschichte komplett ruiniert zu haben. Meine Laune war mies genug, um meine besten Freunde zu verscheuchen. Mir wurde klar, dass es so nicht weitergehen konnte.<br>Mein erster Schritt war eine Woche Schreibpause. Als Nächstes habe ich sämtliche Tracker aus meinem Leben verbannt. Zuerst meine Wordcount-Tracker (ich halte noch immer meine Wortzahlen fest, aber jetzt sind auch niedrige in Ordnung), aber auch alle anderen, die der Selbstoptimierung dienten. Was für eine Entlastung!</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="497" src="https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2021/05/ACS_0429-1024x497.jpg" alt="" class="wp-image-2888" srcset="https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2021/05/ACS_0429-1024x497.jpg 1024w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2021/05/ACS_0429-300x146.jpg 300w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2021/05/ACS_0429-768x373.jpg 768w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2021/05/ACS_0429-650x315.jpg 650w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2021/05/ACS_0429.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Lesen soll Spaß machen und entspannen – warum sich beim Schreiben so unter Druck setzen? (Symbolbild)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Die Bestandsaufnahme</h2>



<p>Offenbar bauche ich Zeit, um den Geschichten, die ich erzählen möchte, gerecht zu werden. Immerhin bearbeite ich Themen, die einige Recherche benötigen, stoße Charakterentwicklungen an, die Zeit brauchen, will meine Worte manchmal mit Sorgfalt wählen, wenn es um schwierige und belastende Situationen geht, und habe oft Handlungen mit vielen Strängen. Da ist die Frage, ob ich auch genug geschrieben habe, meistens fehl am Platz. Nicht die Menge an Text zählt, sondern ob es Text ist, mit dem ich zufrieden bin. Natürlich ist es auch möglich, eine komplexe Geschichte in kürzester Zeit zu schreiben. Das bewundere ich sehr. Nur ich kann es offenbar nicht.</p>



<p>Auch meine Arbeitsweise braucht Zeit. Ich gehöre zu den sogenannten strukturschaffenden Schreibtypen, deren Geschichten organisch wachsen. Zwar glaube ich, dass die stärker planenden Schreibtypen insgesamt einen großen Vorteil haben. Aber das heißt nicht, dass meine Methode nicht funktioniert. Damit sie es aber tut, muss ich ihr die nötige Zeit einräumen.</p>



<p>Ich arbeite Vollzeit und mag meinen Job. Aber leider habe ich dadurch auch nicht sehr viel Zeit zum Schreiben. Generell ist vorgesehen, nicht mehr als 8 Stunden am Tag zu arbeiten, und das kann manchmal schon ziemlich werden. Auch Schreiben ist Arbeit. Wer acht Stunden täglich Zeit zur Verfügung hat, um zu schreiben, schafft natürlich mehr Wörter als ich, die in dieser Zeit etwas anderes tut. Deshalb brauche ich mir keine Vorwürfe zu machen, auch wenn ich mir natürlich oft mehr Zeit zum Schreiben wünsche.</p>



<p>Ich kann nicht nur schreiben, sondern auch zeichnen. Wenn ich möchte, dass meine Geschichten in Erinnerung bleiben, will ich dafür in Zukunft verstärkt auch meine Zeichen-Fähigkeiten einsetzen. So habe ich z. B. ein Konzept für Illustrationen für meinen Dark-Fantasy-Roman »Dornenritter« entwickelt, der noch dieses Jahr erscheint (allerdings in einem Verlag, was mich sehr freut). Und inzwischen sind auch schon alle 30 Illustrationen fertig geworden. 🙂</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Fazit</h2>



<p>So werde ich also weiterschreiben, wie ich schreibe, und mir soviel Zeit für meine Geschichten nehmen, wie sie nun einmal brauchen. Seitdem schreibe ich wieder gerne.</p>



<p>Versteht mich nicht falsch: Mein Traum hat sich nicht geändert. Ich möchte noch immer möglichst viele Menschen mit meinen Geschichten erreichen und begeistern, meinen eigenen Weg gehen und Rückschläge hinter mir lassen. Nur kann ich es wohl leider nicht auf dem Weg schaffen, der fürs Selfpublishing optimal ist. Es wird so sicher noch viel schwieriger für mich, mich als Autorin zu etablieren, als es ohnehin schon ist. Aber es ist mein Weg. Wie Naruto sagen würde: Mein Weg des Ninja!</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Life will be frozen peaches and cream.<br>Baby, dream your dream!</p><cite>Sweet Charity</cite></blockquote>



<p>Wie schnell lest oder schreibt ihr und was sind eure Voraussetzungen? Schreibt es mir in die Kommentare!</p>



<p>Eure Kaja</p>



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		<title>Workshop: Schreiben mit Spaß und Erfolg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kaja]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Mar 2019 12:32:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pensum]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Hausarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Pensumsschreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Workshop]]></category>
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					<description><![CDATA[Liebe Schreiber*innen, am 7. März habe ich an der CAU Kiel im Rahmen der &#8222;Langen Nacht der Hausarbeiten&#8220; einen Workshop zum Thema &#8222;Schreiben mit Spaß und Erfolg&#8220; gegeben. Wie versprochen gibt es für alle Teilnehmenden und alle anderen, die Interesse daran haben, das Material zum Download. Die Methoden eignen sich nicht nur für wissenschaftliches, sondern [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Liebe Schreiber*innen, </p>



<p>am 7. März habe ich an der CAU Kiel im Rahmen der &#8222;Langen Nacht der Hausarbeiten&#8220; einen Workshop zum Thema &#8222;Schreiben mit Spaß und Erfolg&#8220; gegeben. Wie versprochen gibt es für alle Teilnehmenden und alle anderen, die Interesse daran haben, das Material zum Download. Die Methoden eignen sich nicht nur für wissenschaftliches, sondern auch für kreatives Schreiben. Die Methoden, die ich hier vorstelle, verwende ich, und sie funktionieren bei mir. Ob sie für euch geeignet sind, könnt ihr durch Ausprobieren testen.  </p>



<p>Einen weiteren Rückblick auf den Workshop (mit ein paar Empfehlungen für Schreibprogramme und andere Hilfen) findet ihr <a href="https://wp.me/p4bceZ-4Sw" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="hier (öffnet in neuem Tab)">hier</a>.</p>



<p>Beim Schreiben, ob wissenschaftlich oder kreativ, gibt es vor allem zwei Dinge zu beachten: 1. anfangen, 2. weiterschreiben. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Anfangen zu schreiben</h2>



<p>Zuerst ging es also darum, überhaupt mit dem Schreiben anzufangen. Vorgestellt wurden drei mögliche Gründe für Startschwierigkeiten:</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/03/236-768x1024.jpg" alt="Ich würde ja schreiben, aber ... 
a) ... was soll ich schreiben? b) ... wie soll ich es ausdrücken? c) ... Nein, ich würde lieber nicht schreiben!" class="wp-image-2364" srcset="https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/03/236-768x1024.jpg 768w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/03/236-225x300.jpg 225w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/03/236-650x867.jpg 650w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/03/236-300x400.jpg 300w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>



<p>Je nachdem, welcher Äußerung man am ehesten zustimmt, gibt es drei unterschiedliche Methoden, wie man vielleicht ins Schreiben kommen kann &#8211; einfach die entsprechende Farbe wählen und es ausprobieren! Die Übungen dauern 5 &#8211; 10 Minuten</p>



<p class="has-pale-cyan-blue-background-color has-background">Was soll ich schreiben?</p>



<p><strong>Arbeitsauftrag: </strong></p>



<p>Notiere <strong>fünf Stichworte</strong> zu Ihrem Thema/dem nächsten Absatz deiner Arbeit (wenn dir keine Stichworte zur Arbeit einfallen, wähle andere Wörter). Schreib einen kurzen Text, in dem diese fünf Stichworte vorkommen. Mach das so lange, bis du ohne Stichworte weiter schreiben kannst.  </p>



<p>Tipp: Wenn du dieses Problem häufiger hast, überprüfe, ob du genügend Inhalt für deine Arbeit gesammelt (z. B. genügend Literatur gelesen) hast  und ob die Gliederung sinnvoll ist.</p>



<p class="has-vivid-red-background-color has-background">Wie soll ich es ausdrücken? </p>



<p><strong>Arbeitsauftrag: </strong></p>



<p>Sieh dir den letzten Satz deinesTextes an (wenn du noch nicht angefangen hast: Schreib einen ersten Satz) und formuliere <strong>drei bis fünf mögliche Sätze, wie es weitergehen könnte</strong> (bzw. wie der Text anfangen könnte). Wähle den Satz aus, der dich am meisten inspiriert, und formuliere wieder drei bis fünf mögliche Anschlusssätze. Mach das so lange, bis es flüssiger läuft.*</p>



<p>Tipp: Wenn du dieses Problem häufiger hast, erinnere dich selbst daran, dass nicht jeder Text perfekt formuliert sein muss, eine Rohfassung schon gar nicht.  [/su_spoiler]</p>



<p class="has-luminous-vivid-amber-background-color has-background">Nein, ich würde lieber nicht schreiben!</p>



<p><strong>Arbeitsauftrag</strong>:</p>



<p>Schreibe ca. eine halbe Seite darüber, was dich gerade jetzt am Schreiben hindert (Alternative: Schreib ca. eine halbe Seite darüber, was dir an deinem Text Sorgen bereitet). Wenn du fertig bist, schreib, ohne Pause zu machen, mindestens einen Satz an deiner Arbeit weiter, möglichst mehr. </p>



<p>Tipp: Wenn du dieses Problem häufiger hast, wiederhole die Übung regelmäßig und lies die entstandenen Texte. Sie könnten Informationen darüber enthalten, worauf deine Startschwierigkeiten zurückzuführen sind und was du dagegen tun kannst. [/su_spoiler]  </p>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-background has-cyan-bluish-gray-background-color has-cyan-bluish-gray-color is-style-dots"/>



<h2 class="wp-block-heading">Pensumsschreiben für Einsteiger*innen</h2>



<p>Im Anschluss war das Kernthema des Workshops dran: Pensumsschreiben! Wie man täglich, leicht und effektiv an seiner Arbeit werkelt.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/03/237-768x1024.jpg" alt="Pensumsschreiben: täglich, leicht, effektiv" class="wp-image-2363" srcset="https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/03/237-768x1024.jpg 768w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/03/237-225x300.jpg 225w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/03/237-650x867.jpg 650w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/03/237-300x400.jpg 300w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>



<p>Genaueres zum Pensumsschreiben gibt es hier: <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Anleitung und Tipps (öffnet in neuem Tab)" href="https://kaja-evert.de/2019/02/10/pensumsschreiben-anleitung-und-tipps/" target="_blank">Anleitung und Tipps</a>; <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Verschieden hohe Pensen (öffnet in neuem Tab)" href="https://kaja-evert.de/2019/02/24/pensumsschreiben-verschieden-hohe-pensen/" target="_blank">Verschieden hohe Pensen</a><br>Daher ist es nicht nötig, dass ich die Inhalte hier noch einmal wiedergebe. 🙂 </p>



<h2 class="wp-block-heading">Fragen zum Pensumsschreiben</h2>



<p>Während des Workshops kamen einige Fragen auf. Die Antworten sind natürlich nur als Tipps zu verstehen. Du weißt und entscheidest immer selbst, wie du am besten arbeitest.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><strong>Kann ich ein bestimmtes Pensum schreiben, wenn mir noch nicht genau klar ist, was ich schreiben möchte? Etwa, weil ich die genaue Fragestellung meiner Arbeit noch nicht kenne oder ob ich mir nicht sicher bin, ob ich genügend recherchiert habe?</strong></p></blockquote>



<p>Eher nein. Es ist empfehlenswert, genügend &#8222;Schreibmaterial&#8220; zu haben, um dein Pensum erfüllen zu können. Also arbeite in diesem Fall besser erst noch weiter inhaltlich, bis du mit dem Schreiben anfängst.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><strong>Soll ich erst recherchieren und dann schreiben oder kann ich auch während des Schreibens noch recherchieren?</strong></p></blockquote>



<p>Das hängt davon ab, wie du am liebsten arbeitest. Beides ist möglich. Allerdings solltest du vor dem Schreiben genügend Material gesammelt haben, um etwas schreiben zu können (s. o.).</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><strong>Ist es sinnvoll, jeden Tag zu schreiben, auch wenn ich gerade an keiner Hausarbeit sitze, damit ich regelmäßiges Schreiben trainiere?</strong></p></blockquote>



<p>Je häufiger regelmäßiges Schreiben trainiert wird, desto leichter fällt es. Die Frage ist, was für dich sinnvoll ist. Wenn du gern schreibst und z. B. schon immer einen Roman verfassen wolltest, wäre das ein gutes &#8222;Übungsgelände&#8220;. Generell genügt es aber, wenn man Pensumsschreiben so lange anwendet, wie es &#8222;nötig&#8220; ist, also z. B. bis zum Ende der Arbeit.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><strong>Ich habe sehr viel zu tun und weiß nie vorher, wann ich Zeit habe. Wie kann ich trotzdem regelmäßig schreiben?</strong></p></blockquote>



<p>Nimm ein niedriges Pensum und überlege dir, wann du doch Zeit findest (z. B. direkt nach dem Aufstehen &#8211; am besten dann, wenn du ohnehin gut arbeiten kannst.)</p>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-background has-cyan-bluish-gray-background-color has-cyan-bluish-gray-color is-style-dots"/>



<h2 class="wp-block-heading">Pensumsschreiben: persönliches Ziel</h2>



<p>Im Anschluss konnten die Teilnehmenden ein Dokument ausfüllen, in dem sie ihr eigenes Pensum und die Rahmenbedingungen festgelegt haben.</p>



<p><a rel="noreferrer noopener" aria-label="Hier  (öffnet in neuem Tab)" href="https://kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/03/Pensumsschreiben.pdf" target="_blank">Hier </a>findet ihr das Dokument als PDF zum Herunterladen und Ausdrucken.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p>Diese
„Regeln“ sollen Ihnen das Schreiben möglichst <strong>einfach</strong> machen. Wenn eine Regel diesen Zweck nicht erfüllt,
streichen Sie sie. Wenn Sie weitere ergänzen möchten, tun Sie es. </p>



<p>Wenn Sie keine Regeln mögen, falten Sie einen Papierflieger aus dieser Liste! </p>



<p>TO DO:</p>



<p>Jeden Tag
wird geschrieben.</p>



<p>Und zwar
möglichst zur selben Zeit.</p>



<p>Diese Zeit
ist dann, wenn Sie am besten arbeiten können, und zwar: _____________________</p>



<p>Das Pensum
ist so niedrig, dass es mit Leichtigkeit geschafft wird, und zwar:&nbsp; _________________</p>



<p>In folgenden
Fällen/an folgenden Tagen wird nicht geschrieben: </p>



<ul class="wp-block-list"><li>Krankheit<ul><li>_______________________________</li></ul><ul><li>_______________________________</li></ul><ul><li>_______________________________</li></ul><ul><li>_______________________________</li></ul></li></ul>



<p>Das Pensum
kann nicht vor- und nicht nachgearbeitet werden.</p>



<p>Nach dem
Schreiben werden möglichst ein paar Notizen gemacht für den „Schreibstoff“ vom
nächsten Tag.</p>



<p>Ende jeder Woche wird überprüft, ob das Schreiben unter den bisherigen Voraussetzungen mit Leichtigkeit funktioniert. Wenn nicht, wird das Pensum/die Arbeitszeit usw. angepasst.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p>Zuletzt wurden noch individuelle Erkenntnisse festgehalten, und alle Teilnehmenden überlegten sich ihre persönlichen nächsten Schritte.</p>



<p>Ich hoffe, diese kleine Material- und Tippsammlung hilft euch. Habt ihr weitere Fragen, Anmerkungen, Erkenntnisse und Ergänzungen zum Pensumsschreiben? Ich freue mich über eure Rückmeldung!</p>



<p>Frohes Schreiben!</p>



<p>Eure Kaja</p>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-background has-cyan-bluish-gray-background-color has-cyan-bluish-gray-color is-style-dots"/>



<p>*Diese Schreibübung stammt aus: Esselborn-Krumbiegel, Helga: Tipps und Tricks bei Schreibblockaden, Paderborn 2015.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Pensumsschreiben: verschieden hohe Pensen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kaja]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Feb 2019 06:16:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pensum]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Autorenleben]]></category>
		<category><![CDATA[schreiben]]></category>
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					<description><![CDATA[Mein letzter Blogbeitrag beschäftigte sich mit dem Pensumsschreiben. Dies ist eine Ergänzung, in der es um die Vor- und Nachteile verschieden hoher Pensen geht. Wer ein zu hohes Pensum fährt und nur begrenzte Zeit zur Verfügung hat (z. B. wegen Beruf, Familie u. ä.), wird eventuell feststellen, dass die Handlung auf der Strecke bleibt, weil [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Mein letzter Blogbeitrag beschäftigte sich mit dem <a href="https://kaja-evert.de/2019/02/10/pensumsschreiben-anleitung-und-tipps/">Pensumsschreiben</a>. Dies ist eine Ergänzung, in der es um die Vor- und Nachteile verschieden hoher Pensen geht.</p>



<p>Wer ein zu hohes Pensum fährt und nur begrenzte Zeit zur Verfügung hat (z. B. wegen Beruf, Familie u. ä.), wird eventuell feststellen, dass die Handlung auf der Strecke bleibt, weil Zeit zum Plotten fehlt. Wer ein zu niedriges Pensum schreibt, kommt gar nicht erst richtig in die Geschichte rein. Welches Pensum ist das geeignete für dich? Ich schreibe im Folgenden aus meiner persönlichen Erfahrung. Sie muss nicht für dich zutreffen. Ich bin eine eher langsame Schreiberin, die ihre Geschichten vorher zwar plottet, aber nicht in allen Einzelheiten, und daher häufiger mal in ein kleines oder größeres Plotloch fällt.</p>



<p>Für die <strong>Berechnung </strong>unter jedem Pensum gehe ich davon aus, dass ein Kapitel ca. 3000 Wörter umfasst und ein ganzer Roman ca. 100.000 Wörter. Meine Kapitel und Romane <em>sind </em>so lang; wenn es bei dir anders ist, musst du entsprechend umrechnen. 😉 Ich gehe davon aus, dass 6 Tage die Woche mit diesem Pensum gearbeitet wird. Faktisch ist es aber so, dass man oft mehr (oder weniger) schreibt, als das Pensum erfordert. Daher ist die Berechnung nur sehr ungenau.</p>



<p>Du schreibst Romane? Dann lies weiter. Zum wissenschaftlichen Schreiben (Hausarbeiten, Bachelor-/Masterarbeiten, wissenschaftliche Aufsätze, Dissertation u. ä.) beachte bitte den Abschnitt dazu unten.</p>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-background has-cyan-bluish-gray-background-color has-cyan-bluish-gray-color is-style-dots"/>



<h3 class="wp-block-heading">Niedriges Pensum: ca. 250 Wörter</h3>



<p>Das ist das Pensum für alle, die wirklich wenig Zeit haben. Personen, deren Arbeitsschichten oder Care-Tätigkeiten, wie man so sagt, 12 Stunden oder mehr dauern. Die gute Nachricht: 250 Wörter lassen sich auch bei schlimmem Zeitmangel irgendwie immer bewältigen. Ich selbst habe mit diesem sehr niedrigen Pensum einen langen Roman zu Ende geschrieben, während ich Arbeitswochen zwischen 75 und 120 Stunden bestritten habe. Ist noch gar nicht allzu lange her. Was man natürlich auch hier irgendwie schaffen muss: für eine kurze Zeit den Kopf frei zu bekommen, sich hinzusetzen und sich auf die Geschichte zu konzentrieren (ich habe es morgens vor der Arbeit gemacht). Das niedrige Pensum erlaubt gestressten Seelen Urlaub im eigenen Kopf und ist daher eine Wohltat. Nach einer Weile kommt man auch hier einigermaßen in die Geschichte rein und schreibt manchmal von selbst mehr. Allerdings besteht die Gefahr, dass man einfach irgendwas schreibt, nur um das Pensum vollzubekommen &#8211; was bei 250 Wörtern sehr leicht möglich ist. Selbst wenn nicht: Natürlich macht der Roman so nur langsam Fortschritte, und professionelle Textarbeit (Überarbeitung usw.) braucht auch seine Zeit; die ist freilich nicht mit inbebgriffen. Aber wer so schwer beschäftigt ist, dass nur ein niedriges Pensum infrage kommt, ist wohl kein*e hauptberufliche*r Autor*in. Insofern &#8230; Schluss mit den Ausreden. Schreibt, Leute.</p>



<p><strong>Berechnung: </strong>In 2 Wochen ist ein Kapitel schaffbar. Ein Roman dauert ca. 1 1/2 Jahre.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Mittleres Pensum: ca. 500 Wörter</h3>



<p>Mit diesem Pensum arbeite ich selbst seit mehr als 10 Jahren. Es verbindet die Vorteile des niedrigen Pensums (Urlaub im Kopf, täglich schaffbar) mit denen des hohen (man steckt in der Geschichte drin, kommt ganz gut voran, der Plot bleibt nicht auf der Strecke). Es verbindet allerdings auch die Nachteile. Mit Schwafeln und wenig Plot-Fortschritt lassen sich auch 500 Wörter täglich bestreiten, und eventuell könnte man oft täglich noch mehr Zeit und Gehirnschmalz in die Geschichte stecken. Auch sprachliche Detailarbeit am Text ist neben dem eigentlichen Schreiben zeitlich noch locker drin. Daher kann ich dieses Pensum generell allen empfehlen, Berufstätigen, Eltern und Hobbyschreiber*innen (Profis werden wohl ein höheres Pensum wählen). Wer feststellt, dass das Pensum zu hoch oder zu niedrig ist, um zur eigenen Arbeitsweise zu passen, sollte sich ein anderes wählen. </p>



<p><strong>Berechnung:</strong> Ein Kapitel pro Woche bei relativ wenig Arbeitsaufwand. Deal, oder? Ein Roman dauert ca. 7 &#8211; 8 Monate. Mein Tipp fürs Seelenheil: Zerbrich dir nicht den Kopf, dass du mit diesem Pensum wohl keine zwei Romane im Jahr schaffst. Überarbeite lieber den einen ordentlich, das kostet auch Zeit. Hättest du mehr davon, würdest du ein höheres Pensum wählen, oder? 😉 </p>



<h3 class="wp-block-heading">Hohes Pensum: ca. 750 Wörter</h3>



<p>Mit diesem Pensum habe ich gearbeitet, wenn ich Abgabefristen einzuhalten hatte oder mir Feuer unterm Hintern machen wollte. Es ist noch immer relativ gut täglich schaffbar und sorgt somit dafür, dass der Plot über dem Schreiben noch genügend Aufmerksamkeit erfährt. Sprachliche Detailarbeit ist zeitlich ebenfalls noch möglich. Man macht gute Fortschritte, der Roman geht zügig voran. Meine Empfehlung für Hobbyschreiber*innen, die ihren Roman wirklich fertig stellen (und gegebenenfalls veröffentlichen) wollen. Empfehlenswert auch gegen Ende eines Projekts, um die Sache zu beschleunigen. Das hohe Pensum sorgt oft dafür, dass man in einen Schreibfluss gerät und mehr schreibt, als man ursprünglich vorhatte.</p>



<p><strong>Berechnung: </strong>In der Woche sind ca. 1 1/2 Kapitel schaffbar; beim Einstellen des Schreib-Flows auch durchaus zwei. Zwei Romane im Jahr fertig zu stellen, ist mit diesem Pensum möglich. Ob noch Zeit für die Überarbeitung bleibt? Wenn du die Kapazitäten hast, dieses Pensum über längere Zeit aufrecht zu erhalten, wäre das denkbar.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ambitioniertes Pensum: ca. 1000 Wörter</h3>



<p>Dein Roman soll fertig werden? Am besten sofort? Ok, nächsten Monat? Gut; Zeit, etwas Gummi zu geben. Her mit dem ambitionierten Pensum. Hoffentlich weißt du, was du schreiben willst, denn für lange Überlegungen lässt dieses Pensum keine Zeit. Auch während des Schreibens am Text zu feilen, kann man vergessen. Was auch ein Vorteil sein kann, denn so ist wenigstens klar, dass die Rohfassung noch kein literarisches Meisterwerk sein kann oder muss. Dafür ist ein zügiger Fotschritt garantiert, und man gerät mit ziemlicher Sicherheit in den Schreibfluss und tief in die Geschichte hinein. Dieses Pensum auf Dauer einzuhalten, kostet Zeit und Anstrengung. Und es könnte regelmäßig dazu führen, dass man im Kopf noch an der Geschichte weiterschreibt, auch wenn man gerade eigentlich etwas völlig anderes machen wollte. Ich glaube zwar, dass es möglich ist, auch ganzjährig 1000 Wörter pro Tag zu schreiben, aber für Menschen, die einem regulären 8-Stunden-Job nachgehen und vielleicht noch Familie haben, könnte es aufreibend werden. Für bestimmte Phasen beim Schreiben dennoch ein guter Tipp.</p>



<p><strong>Berechnung:</strong> Drei Romane pro Jahr könnte man mit diesem Pensum schaffen. Keine Ahnung, wann man sie noch überarbeiten möchte; parallel vielleicht? Für hauptberufliche Autor*innen mag das realistisch sein (schwer zu sagen; selbst kreative Menschen haben keinen Dauer-Output), bei anderen glaube ich persönlich, dass das ambitionierte Pensum nur phasenweise zum Einsatz kommen kann.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Irres Pensum: ca. 1500 Wörter</h3>



<p>Beim <a href="https://nanowrimo.org/">NaNoWriMo </a>schließen sich Schreiber*innen weltweit zusammen, um in einem Monat 50.000 Wörter zu schreiben. Das ergibt ein Tagespensum von ca. 1700 Wörtern (dafür werde ich jetzt keinen Extra-Absatz schreiben). Dieses Pensum ist ziemlich irre. Natürlich kann man problemlos an einem Tag mal so viel schreiben. Wer es über einen Monat versucht hat, wird feststellen, dass es wirklich anstrengend und aufreibend sein kann. Es dauerhaft zu machen, erfordert wahrhaftig viel Sitzfleisch und eine gute Konstitution. Auch psychisch; wer so viel Text in kurzer Zeit produziert, wird sich in den meisten Fällen damit auseinandersetzen müssen, dass das Produkt nicht perfekt ist. Kreative Menschen kennen den Rattenschwanz vernichtender Selbstzweifel, der an dieser Erkenntnis hängt. Und ganz abgesehen davon wird die Überarbeitung Zeit fressen, viel Zeit. Die Vorteile dieses Pensums sind allerdings auch irre: Man wird in die Geschichte eintauchen, von ihr absorbiert werden und, solange man schreibt, zwangsläufig viele Zweifel beiseite schieben lassen. Wenn man am gleichen Tag noch arbeiten und einkaufen will, hat man für sowas dann einfach keine Zeit. Ich empfehle allen, einmal beim NaNoWriMo mitzumachen und das irre Pensum und die Ausnahmesituation, mit der es das Leben überfällt, kennen zu lernen. Aber ich warne vor der Annahme, dass man dauerhaft so produktiv sein kann.  Klar, Ausnahmen bestätigen die Regel!</p>



<p><strong>Berechnung: </strong>Du willst ca. alle zwei Monate die Rohfassung eines Romans abschließen? Puh. Das wird hart. Hoffentlich bist du dann noch fit genug, um den Text zu überarbeiten. Für Schnellschreiber*innen und Langsam-Überarbeiter*innen wäre dies womöglich trotzdem eine Option, da dann die ruhige Phase eher nach dem Schreiben des Textes liegt.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Pensum bei wissenschaftlichen Texten</h3>



<p>Wenn ich erzählt habe, dass ich am NaNoWriMo teilnehmen möchte, kam von Freund*innen und Kolleg*innen, die gerade promovieren, oft: &#8222;Klasse, da mache ich auch mit und schreibe dann jeden Tag 1700 Wörter an meiner Diss!&#8220; &#8211; Tut mir leid, es zu sagen, aber: Nope. Das wird nicht funktionieren.</p>



<p>Warum nicht?</p>



<p>Nun, das &#8222;irre&#8220; Pensum des NaNoWriMo ist vor allem für Romane gedacht. Es soll ermöglichen, beim Schreiben weniger nachzudenken, den inneren Kritiker abzustellen, das Kopfkino zu aktivieren und in einen intensiven Schreibfluss zu geraten. Wissenschaftliches Schreiben läuft anders. Es erfordert normalerweise gründliches Nachdenken, sorgfältiges Argumentieren und höchste Aufmerksamkeit (z. B. beim Verwenden von Fußnoten u. ä.). Daher geht es oft langsamer voran als Romanschreiben, und ein echter Schreib-Flow dürfte Seltenheitswert haben. Das bedeutet natürlich nicht, dass wissenschaftliches Schreiben keinen Spaß machen kann. Man sollte sich nur bewusst machen, dass Spaß nicht der Normalfall ist. Dieses Wissen verringert den Druck.</p>



<p>Daher empfehle ich dir, bei einem wissenschaftlichen Text ein eher niedriges Pensum zu wählen. Natürlich auch hier abhängig von der Zeit, die zur Verfügung steht. Wer ein Stipendium erhält oder Semesterferien hat, schafft sicher mehr als jemand, der mit Familie und Job nebenbei promoviert. Ich selbst habe meine Diss mit einem Tagespensum von 500 Wörtern gut geschafft. Man muss ja meist noch nebenbei andere Texte lesen, exzerpieren usw.</p>



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<p>Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Blogartikel einen Überblick über Vor- und Nachteile verschieden hoher Schreib-Pensen verschaffen und dich ermutigen konnte, dich vielleicht einmal daran auszuprobieren. Besonders wichtig finde ich nach wie vor den Tipp, das Pensum nicht zu hoch anzusetzen. Versuche lieber, mit einem niedrigen zu starten. Falls du den Eindruck hast, dauerhaft mehr schaffen zu können, taste dich langsam nach oben.</p>



<p>Wie sieht dein Schreibstil aus? Hast du bevorzugte Schreib-Pensen oder arbeitest du völlig anders? Hinterlass mir doch eine Rückmeldung.</p>



<p>Herzliche Grüße, deine Kaja</p>
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		<title>Pensumsschreiben: Anleitung und Tipps</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kaja]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Feb 2019 08:07:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pensum]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Autorenleben]]></category>
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					<description><![CDATA[Dies ist ein &#8222;Reblog&#8220; des Beitrags vom letzten Jahr, überarbeitet. Kleine historische Anmerkung: „Pensum“ bezeichnet im Lateinischen die Menge Wolle, die eine römische Frau im Verlauf des Tages zu spinnen hat. In diesem Fall bezeichnet sie die Textmenge, die ein*e Autor*in am Tag schreiben möchte. Ich bin seit vielen Jahren überzeugte Pensumsschreiberin. Natürlich liegt diese [&#8230;]]]></description>
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<p><em>Dies ist ein &#8222;Reblog&#8220; des Beitrags vom letzten Jahr, überarbeitet.</em></p>



<p>Kleine historische Anmerkung: „Pensum“ bezeichnet im Lateinischen die Menge Wolle, die eine römische Frau im Verlauf des Tages zu spinnen hat. In diesem Fall bezeichnet sie die Textmenge, die ein*e Autor*in am Tag schreiben möchte.</p>



<p> Ich bin seit vielen Jahren überzeugte Pensumsschreiberin. Natürlich liegt diese Art zu arbeiten nicht jedem. In diesem Beitrag möchte ich ein wenig Werbung für das Pensumsschreiben machen und&nbsp;allen, die es ebenfalls versuchen wollen, den einen oder anderen Tipp geben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum Pensumsschreiben?</h3>



<p>Auch wenn es banal klingt: Romane sind lang, und es dauert eine Weile bis zur Fertigstellung. Selbst eine explosive Inspiration und einige durchgearbeitete Nächte führen gewöhnlich nicht zu einem fertigen Manuskript. Pensumsschreiben sorgt dafür, dass ein Roman langsam und stetig länger wird, ja dafür, dass er irgendwann fertig ist. Ich habe im Vergleich mit anderen Autoren, die zeitgleich mit mir an einem Roman arbeiteten, häufiger die Erfahrung gemacht, dass ich zwar anfangs viel weniger Text hatte, die anderen im Lauf der Zeit aber im Hinblick auf die Textmenge&nbsp;„einholte“ und sogar „überholte“</p>



<p>Ein weiterer, in meinen Augen fast noch wichtigerer Punkt: Wer täglich ein wenig an seinen Texten arbeitet, gibt sich selbst die belebende Dosis Kreativität, die man oft braucht, um den Tag zu überstehen. Außerdem ist Pensumsschreiben ein gutes Mittel gegen&nbsp;Stress, Zeitmangel und&nbsp;Schreibfrust. Wer keine 10 Seiten geniale Ergüsse aufs Papier flammen kann, weil ihm&nbsp;die Zeit oder das&nbsp;Selbstbewusstsein fehlen,&nbsp;ist meist doch noch in der Lage, sich irgendwie 250 Wörter aus der Nase zu ziehen. Und das ist doch immerhin etwas</p>



<p>Wer am Sinn des Pensumsschreibens zweifelt, kann einfach mal nachrechnen: Ein Kapitel hat im Schnitt vielleicht ca. 3000 Wörter. Bei meinen Kapiteln kommt das ganz gut hin. Nach einem Tag habe ich vielleicht 500 Wörter, nach zwei Tagen 1000, nach 6 Tagen ein fertiges Kapitel und nach weniger als zwei Wochen zwei in Rohfassung fertige Kapitel. Und so fort. Ein fertiger Roman besteht aus lauter Einzelkapiteln. Wie meine koreanische Kommilitonin, deren Name, wie sie sagte, „große Weisheit“ bedeutete, zu zitieren pflegte: „Aus Staub entstehen Berge“.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="577" src="https://kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/02/scotland-1761292_1280-1024x577.jpg" alt="" class="wp-image-2258" srcset="https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/02/scotland-1761292_1280-1024x577.jpg 1024w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/02/scotland-1761292_1280-300x169.jpg 300w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/02/scotland-1761292_1280-768x433.jpg 768w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/02/scotland-1761292_1280-650x366.jpg 650w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/02/scotland-1761292_1280.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Auch diese beeindruckenden Berge der schottischen Highlands bestehen aus Staub!</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading"> Wofür ist Pensumsschreiben geeignet?</h3>



<p>Generell für alle Arten von längeren Texten. Also nicht nur für Romane, sondern auch z. B. für wissenschaftliche Arbeiten. Ich habe mit dieser Methode meine Doktorarbeit fertig gestellt. Auch Sachbücher lassen sich so sicherlich schreibe.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie kann ich es anpacken?<br></h3>



<p>Allen, die das Pensumsschreiben ausprobieren möchten, rate ich, sich erst einmal ein Bild von der eigenen Situation zu machen und sich die Frage zu stellen: „Welches Pensum kann ich realistisch und mit Leichtigkeit&nbsp;täglich schreiben?“ Dabei kommt es auf jedes einzelne dieser Worte an.</p>



<p><strong>Realistisch</strong>: Am wichtigsten ist es, sich ein Pensum auszuwählen, das man wirklich auf Dauer schaffen kann. Ich kenne viele, die Pensumsschreiben als Methode verstehen, möglichst schnell möglichst viel Text zu schreiben. Sie gehen daher von der maximalen Wortmenge aus, die sie mit äußerster Mühe und unter günstigen Bedingungen bewältigen können. Bloß nicht! Das Pensum sollte niedrig sein&nbsp;– so niedrig, dass es auf alle Fälle schaffbar ist. Mein „normales“ Pensum beträgt nur 500 Wörter, aber ich habe auch schon Romane mit einem Tagespensum von nur 250 Wörtern oder noch weniger geschrieben. Meiner Erfahrung nach kommt man bei unter 250 Wörtern schwer in den Schreibfluss, aber das ist sicher von Person zu Person unterschiedlich. Es ist natürlich immer ok, mehr zu schreiben als das Pensum oder das Pensum zu erhöhen, wenn es gut läuft oder auf einmal mehr Freizeit zur Verfügung steht. Aber ich rate dazu, sich nicht an einem Tag „leerzuschreiben“, sondern&nbsp;immer noch ein paar Wörter und Ideen für morgen aufzuheben.</p>



<p><strong>Mit Leichtigkeit: </strong>Wie gesagt, das Pensum muss schaffbar sein. Auch dann, wenn nur 10 Minuten Zeit bleiben, um den Autorentraum zu leben. Auch dann, wenn man so frustriert ist, dass man die Tastatur lieber an die Wand werfen möchte, anstatt darauf zu tippen. Es muss so gut schaffbar sein, dass es immer möglich sein muss, sich zum Schreiben zu überwinden – eben weil man weiß, man wird diese Schreibsession mit dem Erfolgserlebnis verlassen, wieder das Tagespensum geschafft zu haben. Und es wird sich gut anfühlen.</p>



<p><strong>Täglich</strong>: Genau. Täglich. Am besten sucht man sich feste Zeiten, zu denen man jeden Tag zuverlässig Zeit hat (bei mir ist es morgens vor der Arbeit). Nach meiner persönlichen Regel kann das Pensum weder vor- noch nachgearbeitet werden, eben weil es ein Tagespensum ist. Das verhindert, dass man „Soll“ anhäuft, das schließlich zu einem solchen Berg anwächst, dass es nie mehr aufgeholt werden kann. Im Gegenteil, man hat am nächsten Tag wieder genau dieselbe gute Aussicht, das Pensum zu schaffen, wie am vorigen. Damit mir Frust erspart bleibt, lege ich mir meist vorher fest, in welchen Fällen ich an einem Tag vom Schreiben „freigestellt“ bin (etwa bei vielen Terminen, unvorhergesehenen Ereignissen oder schlaflosen Nächten) oder ob ich einen oder zwei Tage in der Woche „schreibfrei“ machen möchte.</p>



<p>Meiner Erfahrung nach ist es nicht ganz ohne, sich in diese Art des Arbeitens einzufinden. Oft&nbsp;brauche ich&nbsp;anfangs länger, bis ich mir selbst ein niedriges Tagespensum aus den Fingern gequält habe. Es kann Wochen dauern, bis es richtig „flutscht“. Für den ersten Versuch sollte man sich daher etwas länger Zeit nehmen und nicht gleich nach zwei oder drei Tagen aufgeben, falls der Anfang schwierig ist. Pensumsschreiben benötigt zwar ein gewisses Maß an Disziplin, wird aber dadurch versüßt und vereinfacht, dass es – falls das Pensum richtig gewählt ist – machbar ist und den Schreibenden mit Erfolgserlebnissen belohnt.<br>Natürlich ist diese Arbeitsmethode, wie anfangs schon geschrieben, sicher nicht für jede(n) geeignet. Auch ist die hier vorgestellte Methode eher auf Hobby- und Nebenberufs-Autor_innen wie mich abgestimmt. Berufsautor_innen müssen sich zwangsläufig ein höheres Pensum setzen und können sich vermutlich weniger Ausnahmeregeln erlauben.</p>



<p>Einen weiteren Blogartikel zu den Vor- und Nachteilen verschieden hoher Pensen findet ihr <a href="https://kaja-evert.de/2019/02/24/pensumsschreiben-verschieden-hohe-pensen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="hier (öffnet in neuem Tab)">hier</a>.</p>



<p>Ich hoffe, ich konnte euch einen Einblick in&nbsp;meine Arbeitsweise geben und euch vielleicht ermutigen,&nbsp;trotz aller Hindernisse stetig an euren Romanen zu arbeiten und vielleicht auch einmal etwas Neues zu probieren.<br>Eure Erfahrungen würden mich interessieren. Habt ihr es schon einmal mit Pensumsschreiben versucht? Warum funktioniert es für euch (nicht)?<br>Und ob mit Pensum oder ohne: Haut in die Tasten, Leute.</p>



<p>Eure Kaja</p>
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