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	<title>Pensum | Kaja Evert</title>
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	<title>Pensum | Kaja Evert</title>
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		<title>Pensumsschreiben: verschieden hohe Pensen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kaja]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Feb 2019 06:16:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pensum]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibtipps]]></category>
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					<description><![CDATA[Mein letzter Blogbeitrag beschäftigte sich mit dem Pensumsschreiben. Dies ist eine Ergänzung, in der es um die Vor- und Nachteile verschieden hoher Pensen geht. Wer ein zu hohes Pensum fährt und nur begrenzte Zeit zur Verfügung hat (z. B. wegen Beruf, Familie u. ä.), wird eventuell feststellen, dass die Handlung auf der Strecke bleibt, weil [&#8230;]]]></description>
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<p>Mein letzter Blogbeitrag beschäftigte sich mit dem <a href="https://kaja-evert.de/2019/02/10/pensumsschreiben-anleitung-und-tipps/">Pensumsschreiben</a>. Dies ist eine Ergänzung, in der es um die Vor- und Nachteile verschieden hoher Pensen geht.</p>



<p>Wer ein zu hohes Pensum fährt und nur begrenzte Zeit zur Verfügung hat (z. B. wegen Beruf, Familie u. ä.), wird eventuell feststellen, dass die Handlung auf der Strecke bleibt, weil Zeit zum Plotten fehlt. Wer ein zu niedriges Pensum schreibt, kommt gar nicht erst richtig in die Geschichte rein. Welches Pensum ist das geeignete für dich? Ich schreibe im Folgenden aus meiner persönlichen Erfahrung. Sie muss nicht für dich zutreffen. Ich bin eine eher langsame Schreiberin, die ihre Geschichten vorher zwar plottet, aber nicht in allen Einzelheiten, und daher häufiger mal in ein kleines oder größeres Plotloch fällt.</p>



<p>Für die <strong>Berechnung </strong>unter jedem Pensum gehe ich davon aus, dass ein Kapitel ca. 3000 Wörter umfasst und ein ganzer Roman ca. 100.000 Wörter. Meine Kapitel und Romane <em>sind </em>so lang; wenn es bei dir anders ist, musst du entsprechend umrechnen. 😉 Ich gehe davon aus, dass 6 Tage die Woche mit diesem Pensum gearbeitet wird. Faktisch ist es aber so, dass man oft mehr (oder weniger) schreibt, als das Pensum erfordert. Daher ist die Berechnung nur sehr ungenau.</p>



<p>Du schreibst Romane? Dann lies weiter. Zum wissenschaftlichen Schreiben (Hausarbeiten, Bachelor-/Masterarbeiten, wissenschaftliche Aufsätze, Dissertation u. ä.) beachte bitte den Abschnitt dazu unten.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Niedriges Pensum: ca. 250 Wörter</h3>



<p>Das ist das Pensum für alle, die wirklich wenig Zeit haben. Personen, deren Arbeitsschichten oder Care-Tätigkeiten, wie man so sagt, 12 Stunden oder mehr dauern. Die gute Nachricht: 250 Wörter lassen sich auch bei schlimmem Zeitmangel irgendwie immer bewältigen. Ich selbst habe mit diesem sehr niedrigen Pensum einen langen Roman zu Ende geschrieben, während ich Arbeitswochen zwischen 75 und 120 Stunden bestritten habe. Ist noch gar nicht allzu lange her. Was man natürlich auch hier irgendwie schaffen muss: für eine kurze Zeit den Kopf frei zu bekommen, sich hinzusetzen und sich auf die Geschichte zu konzentrieren (ich habe es morgens vor der Arbeit gemacht). Das niedrige Pensum erlaubt gestressten Seelen Urlaub im eigenen Kopf und ist daher eine Wohltat. Nach einer Weile kommt man auch hier einigermaßen in die Geschichte rein und schreibt manchmal von selbst mehr. Allerdings besteht die Gefahr, dass man einfach irgendwas schreibt, nur um das Pensum vollzubekommen &#8211; was bei 250 Wörtern sehr leicht möglich ist. Selbst wenn nicht: Natürlich macht der Roman so nur langsam Fortschritte, und professionelle Textarbeit (Überarbeitung usw.) braucht auch seine Zeit; die ist freilich nicht mit inbebgriffen. Aber wer so schwer beschäftigt ist, dass nur ein niedriges Pensum infrage kommt, ist wohl kein*e hauptberufliche*r Autor*in. Insofern &#8230; Schluss mit den Ausreden. Schreibt, Leute.</p>



<p><strong>Berechnung: </strong>In 2 Wochen ist ein Kapitel schaffbar. Ein Roman dauert ca. 1 1/2 Jahre.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Mittleres Pensum: ca. 500 Wörter</h3>



<p>Mit diesem Pensum arbeite ich selbst seit mehr als 10 Jahren. Es verbindet die Vorteile des niedrigen Pensums (Urlaub im Kopf, täglich schaffbar) mit denen des hohen (man steckt in der Geschichte drin, kommt ganz gut voran, der Plot bleibt nicht auf der Strecke). Es verbindet allerdings auch die Nachteile. Mit Schwafeln und wenig Plot-Fortschritt lassen sich auch 500 Wörter täglich bestreiten, und eventuell könnte man oft täglich noch mehr Zeit und Gehirnschmalz in die Geschichte stecken. Auch sprachliche Detailarbeit am Text ist neben dem eigentlichen Schreiben zeitlich noch locker drin. Daher kann ich dieses Pensum generell allen empfehlen, Berufstätigen, Eltern und Hobbyschreiber*innen (Profis werden wohl ein höheres Pensum wählen). Wer feststellt, dass das Pensum zu hoch oder zu niedrig ist, um zur eigenen Arbeitsweise zu passen, sollte sich ein anderes wählen. </p>



<p><strong>Berechnung:</strong> Ein Kapitel pro Woche bei relativ wenig Arbeitsaufwand. Deal, oder? Ein Roman dauert ca. 7 &#8211; 8 Monate. Mein Tipp fürs Seelenheil: Zerbrich dir nicht den Kopf, dass du mit diesem Pensum wohl keine zwei Romane im Jahr schaffst. Überarbeite lieber den einen ordentlich, das kostet auch Zeit. Hättest du mehr davon, würdest du ein höheres Pensum wählen, oder? 😉 </p>



<h3 class="wp-block-heading">Hohes Pensum: ca. 750 Wörter</h3>



<p>Mit diesem Pensum habe ich gearbeitet, wenn ich Abgabefristen einzuhalten hatte oder mir Feuer unterm Hintern machen wollte. Es ist noch immer relativ gut täglich schaffbar und sorgt somit dafür, dass der Plot über dem Schreiben noch genügend Aufmerksamkeit erfährt. Sprachliche Detailarbeit ist zeitlich ebenfalls noch möglich. Man macht gute Fortschritte, der Roman geht zügig voran. Meine Empfehlung für Hobbyschreiber*innen, die ihren Roman wirklich fertig stellen (und gegebenenfalls veröffentlichen) wollen. Empfehlenswert auch gegen Ende eines Projekts, um die Sache zu beschleunigen. Das hohe Pensum sorgt oft dafür, dass man in einen Schreibfluss gerät und mehr schreibt, als man ursprünglich vorhatte.</p>



<p><strong>Berechnung: </strong>In der Woche sind ca. 1 1/2 Kapitel schaffbar; beim Einstellen des Schreib-Flows auch durchaus zwei. Zwei Romane im Jahr fertig zu stellen, ist mit diesem Pensum möglich. Ob noch Zeit für die Überarbeitung bleibt? Wenn du die Kapazitäten hast, dieses Pensum über längere Zeit aufrecht zu erhalten, wäre das denkbar.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ambitioniertes Pensum: ca. 1000 Wörter</h3>



<p>Dein Roman soll fertig werden? Am besten sofort? Ok, nächsten Monat? Gut; Zeit, etwas Gummi zu geben. Her mit dem ambitionierten Pensum. Hoffentlich weißt du, was du schreiben willst, denn für lange Überlegungen lässt dieses Pensum keine Zeit. Auch während des Schreibens am Text zu feilen, kann man vergessen. Was auch ein Vorteil sein kann, denn so ist wenigstens klar, dass die Rohfassung noch kein literarisches Meisterwerk sein kann oder muss. Dafür ist ein zügiger Fotschritt garantiert, und man gerät mit ziemlicher Sicherheit in den Schreibfluss und tief in die Geschichte hinein. Dieses Pensum auf Dauer einzuhalten, kostet Zeit und Anstrengung. Und es könnte regelmäßig dazu führen, dass man im Kopf noch an der Geschichte weiterschreibt, auch wenn man gerade eigentlich etwas völlig anderes machen wollte. Ich glaube zwar, dass es möglich ist, auch ganzjährig 1000 Wörter pro Tag zu schreiben, aber für Menschen, die einem regulären 8-Stunden-Job nachgehen und vielleicht noch Familie haben, könnte es aufreibend werden. Für bestimmte Phasen beim Schreiben dennoch ein guter Tipp.</p>



<p><strong>Berechnung:</strong> Drei Romane pro Jahr könnte man mit diesem Pensum schaffen. Keine Ahnung, wann man sie noch überarbeiten möchte; parallel vielleicht? Für hauptberufliche Autor*innen mag das realistisch sein (schwer zu sagen; selbst kreative Menschen haben keinen Dauer-Output), bei anderen glaube ich persönlich, dass das ambitionierte Pensum nur phasenweise zum Einsatz kommen kann.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Irres Pensum: ca. 1500 Wörter</h3>



<p>Beim <a href="https://nanowrimo.org/">NaNoWriMo </a>schließen sich Schreiber*innen weltweit zusammen, um in einem Monat 50.000 Wörter zu schreiben. Das ergibt ein Tagespensum von ca. 1700 Wörtern (dafür werde ich jetzt keinen Extra-Absatz schreiben). Dieses Pensum ist ziemlich irre. Natürlich kann man problemlos an einem Tag mal so viel schreiben. Wer es über einen Monat versucht hat, wird feststellen, dass es wirklich anstrengend und aufreibend sein kann. Es dauerhaft zu machen, erfordert wahrhaftig viel Sitzfleisch und eine gute Konstitution. Auch psychisch; wer so viel Text in kurzer Zeit produziert, wird sich in den meisten Fällen damit auseinandersetzen müssen, dass das Produkt nicht perfekt ist. Kreative Menschen kennen den Rattenschwanz vernichtender Selbstzweifel, der an dieser Erkenntnis hängt. Und ganz abgesehen davon wird die Überarbeitung Zeit fressen, viel Zeit. Die Vorteile dieses Pensums sind allerdings auch irre: Man wird in die Geschichte eintauchen, von ihr absorbiert werden und, solange man schreibt, zwangsläufig viele Zweifel beiseite schieben lassen. Wenn man am gleichen Tag noch arbeiten und einkaufen will, hat man für sowas dann einfach keine Zeit. Ich empfehle allen, einmal beim NaNoWriMo mitzumachen und das irre Pensum und die Ausnahmesituation, mit der es das Leben überfällt, kennen zu lernen. Aber ich warne vor der Annahme, dass man dauerhaft so produktiv sein kann.  Klar, Ausnahmen bestätigen die Regel!</p>



<p><strong>Berechnung: </strong>Du willst ca. alle zwei Monate die Rohfassung eines Romans abschließen? Puh. Das wird hart. Hoffentlich bist du dann noch fit genug, um den Text zu überarbeiten. Für Schnellschreiber*innen und Langsam-Überarbeiter*innen wäre dies womöglich trotzdem eine Option, da dann die ruhige Phase eher nach dem Schreiben des Textes liegt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-background has-cyan-bluish-gray-background-color has-cyan-bluish-gray-color is-style-dots"/>



<h3 class="wp-block-heading">Pensum bei wissenschaftlichen Texten</h3>



<p>Wenn ich erzählt habe, dass ich am NaNoWriMo teilnehmen möchte, kam von Freund*innen und Kolleg*innen, die gerade promovieren, oft: &#8222;Klasse, da mache ich auch mit und schreibe dann jeden Tag 1700 Wörter an meiner Diss!&#8220; &#8211; Tut mir leid, es zu sagen, aber: Nope. Das wird nicht funktionieren.</p>



<p>Warum nicht?</p>



<p>Nun, das &#8222;irre&#8220; Pensum des NaNoWriMo ist vor allem für Romane gedacht. Es soll ermöglichen, beim Schreiben weniger nachzudenken, den inneren Kritiker abzustellen, das Kopfkino zu aktivieren und in einen intensiven Schreibfluss zu geraten. Wissenschaftliches Schreiben läuft anders. Es erfordert normalerweise gründliches Nachdenken, sorgfältiges Argumentieren und höchste Aufmerksamkeit (z. B. beim Verwenden von Fußnoten u. ä.). Daher geht es oft langsamer voran als Romanschreiben, und ein echter Schreib-Flow dürfte Seltenheitswert haben. Das bedeutet natürlich nicht, dass wissenschaftliches Schreiben keinen Spaß machen kann. Man sollte sich nur bewusst machen, dass Spaß nicht der Normalfall ist. Dieses Wissen verringert den Druck.</p>



<p>Daher empfehle ich dir, bei einem wissenschaftlichen Text ein eher niedriges Pensum zu wählen. Natürlich auch hier abhängig von der Zeit, die zur Verfügung steht. Wer ein Stipendium erhält oder Semesterferien hat, schafft sicher mehr als jemand, der mit Familie und Job nebenbei promoviert. Ich selbst habe meine Diss mit einem Tagespensum von 500 Wörtern gut geschafft. Man muss ja meist noch nebenbei andere Texte lesen, exzerpieren usw.</p>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-background has-cyan-bluish-gray-background-color has-cyan-bluish-gray-color is-style-dots"/>



<p>Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Blogartikel einen Überblick über Vor- und Nachteile verschieden hoher Schreib-Pensen verschaffen und dich ermutigen konnte, dich vielleicht einmal daran auszuprobieren. Besonders wichtig finde ich nach wie vor den Tipp, das Pensum nicht zu hoch anzusetzen. Versuche lieber, mit einem niedrigen zu starten. Falls du den Eindruck hast, dauerhaft mehr schaffen zu können, taste dich langsam nach oben.</p>



<p>Wie sieht dein Schreibstil aus? Hast du bevorzugte Schreib-Pensen oder arbeitest du völlig anders? Hinterlass mir doch eine Rückmeldung.</p>



<p>Herzliche Grüße, deine Kaja</p>
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		<title>Pensumsschreiben: Anleitung und Tipps</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kaja]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Feb 2019 08:07:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pensum]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Autorenleben]]></category>
		<category><![CDATA[schreiben]]></category>
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					<description><![CDATA[Dies ist ein &#8222;Reblog&#8220; des Beitrags vom letzten Jahr, überarbeitet. Kleine historische Anmerkung: „Pensum“ bezeichnet im Lateinischen die Menge Wolle, die eine römische Frau im Verlauf des Tages zu spinnen hat. In diesem Fall bezeichnet sie die Textmenge, die ein*e Autor*in am Tag schreiben möchte. Ich bin seit vielen Jahren überzeugte Pensumsschreiberin. Natürlich liegt diese [&#8230;]]]></description>
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<p><em>Dies ist ein &#8222;Reblog&#8220; des Beitrags vom letzten Jahr, überarbeitet.</em></p>



<p>Kleine historische Anmerkung: „Pensum“ bezeichnet im Lateinischen die Menge Wolle, die eine römische Frau im Verlauf des Tages zu spinnen hat. In diesem Fall bezeichnet sie die Textmenge, die ein*e Autor*in am Tag schreiben möchte.</p>



<p> Ich bin seit vielen Jahren überzeugte Pensumsschreiberin. Natürlich liegt diese Art zu arbeiten nicht jedem. In diesem Beitrag möchte ich ein wenig Werbung für das Pensumsschreiben machen und&nbsp;allen, die es ebenfalls versuchen wollen, den einen oder anderen Tipp geben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum Pensumsschreiben?</h3>



<p>Auch wenn es banal klingt: Romane sind lang, und es dauert eine Weile bis zur Fertigstellung. Selbst eine explosive Inspiration und einige durchgearbeitete Nächte führen gewöhnlich nicht zu einem fertigen Manuskript. Pensumsschreiben sorgt dafür, dass ein Roman langsam und stetig länger wird, ja dafür, dass er irgendwann fertig ist. Ich habe im Vergleich mit anderen Autoren, die zeitgleich mit mir an einem Roman arbeiteten, häufiger die Erfahrung gemacht, dass ich zwar anfangs viel weniger Text hatte, die anderen im Lauf der Zeit aber im Hinblick auf die Textmenge&nbsp;„einholte“ und sogar „überholte“</p>



<p>Ein weiterer, in meinen Augen fast noch wichtigerer Punkt: Wer täglich ein wenig an seinen Texten arbeitet, gibt sich selbst die belebende Dosis Kreativität, die man oft braucht, um den Tag zu überstehen. Außerdem ist Pensumsschreiben ein gutes Mittel gegen&nbsp;Stress, Zeitmangel und&nbsp;Schreibfrust. Wer keine 10 Seiten geniale Ergüsse aufs Papier flammen kann, weil ihm&nbsp;die Zeit oder das&nbsp;Selbstbewusstsein fehlen,&nbsp;ist meist doch noch in der Lage, sich irgendwie 250 Wörter aus der Nase zu ziehen. Und das ist doch immerhin etwas</p>



<p>Wer am Sinn des Pensumsschreibens zweifelt, kann einfach mal nachrechnen: Ein Kapitel hat im Schnitt vielleicht ca. 3000 Wörter. Bei meinen Kapiteln kommt das ganz gut hin. Nach einem Tag habe ich vielleicht 500 Wörter, nach zwei Tagen 1000, nach 6 Tagen ein fertiges Kapitel und nach weniger als zwei Wochen zwei in Rohfassung fertige Kapitel. Und so fort. Ein fertiger Roman besteht aus lauter Einzelkapiteln. Wie meine koreanische Kommilitonin, deren Name, wie sie sagte, „große Weisheit“ bedeutete, zu zitieren pflegte: „Aus Staub entstehen Berge“.</p>



<figure class="wp-block-image"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="577" src="https://kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/02/scotland-1761292_1280-1024x577.jpg" alt="" class="wp-image-2258" srcset="https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/02/scotland-1761292_1280-1024x577.jpg 1024w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/02/scotland-1761292_1280-300x169.jpg 300w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/02/scotland-1761292_1280-768x433.jpg 768w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/02/scotland-1761292_1280-650x366.jpg 650w, https://www.kaja-evert.de/wp-content/uploads/2019/02/scotland-1761292_1280.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Auch diese beeindruckenden Berge der schottischen Highlands bestehen aus Staub!</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading"> Wofür ist Pensumsschreiben geeignet?</h3>



<p>Generell für alle Arten von längeren Texten. Also nicht nur für Romane, sondern auch z. B. für wissenschaftliche Arbeiten. Ich habe mit dieser Methode meine Doktorarbeit fertig gestellt. Auch Sachbücher lassen sich so sicherlich schreibe.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie kann ich es anpacken?<br></h3>



<p>Allen, die das Pensumsschreiben ausprobieren möchten, rate ich, sich erst einmal ein Bild von der eigenen Situation zu machen und sich die Frage zu stellen: „Welches Pensum kann ich realistisch und mit Leichtigkeit&nbsp;täglich schreiben?“ Dabei kommt es auf jedes einzelne dieser Worte an.</p>



<p><strong>Realistisch</strong>: Am wichtigsten ist es, sich ein Pensum auszuwählen, das man wirklich auf Dauer schaffen kann. Ich kenne viele, die Pensumsschreiben als Methode verstehen, möglichst schnell möglichst viel Text zu schreiben. Sie gehen daher von der maximalen Wortmenge aus, die sie mit äußerster Mühe und unter günstigen Bedingungen bewältigen können. Bloß nicht! Das Pensum sollte niedrig sein&nbsp;– so niedrig, dass es auf alle Fälle schaffbar ist. Mein „normales“ Pensum beträgt nur 500 Wörter, aber ich habe auch schon Romane mit einem Tagespensum von nur 250 Wörtern oder noch weniger geschrieben. Meiner Erfahrung nach kommt man bei unter 250 Wörtern schwer in den Schreibfluss, aber das ist sicher von Person zu Person unterschiedlich. Es ist natürlich immer ok, mehr zu schreiben als das Pensum oder das Pensum zu erhöhen, wenn es gut läuft oder auf einmal mehr Freizeit zur Verfügung steht. Aber ich rate dazu, sich nicht an einem Tag „leerzuschreiben“, sondern&nbsp;immer noch ein paar Wörter und Ideen für morgen aufzuheben.</p>



<p><strong>Mit Leichtigkeit: </strong>Wie gesagt, das Pensum muss schaffbar sein. Auch dann, wenn nur 10 Minuten Zeit bleiben, um den Autorentraum zu leben. Auch dann, wenn man so frustriert ist, dass man die Tastatur lieber an die Wand werfen möchte, anstatt darauf zu tippen. Es muss so gut schaffbar sein, dass es immer möglich sein muss, sich zum Schreiben zu überwinden – eben weil man weiß, man wird diese Schreibsession mit dem Erfolgserlebnis verlassen, wieder das Tagespensum geschafft zu haben. Und es wird sich gut anfühlen.</p>



<p><strong>Täglich</strong>: Genau. Täglich. Am besten sucht man sich feste Zeiten, zu denen man jeden Tag zuverlässig Zeit hat (bei mir ist es morgens vor der Arbeit). Nach meiner persönlichen Regel kann das Pensum weder vor- noch nachgearbeitet werden, eben weil es ein Tagespensum ist. Das verhindert, dass man „Soll“ anhäuft, das schließlich zu einem solchen Berg anwächst, dass es nie mehr aufgeholt werden kann. Im Gegenteil, man hat am nächsten Tag wieder genau dieselbe gute Aussicht, das Pensum zu schaffen, wie am vorigen. Damit mir Frust erspart bleibt, lege ich mir meist vorher fest, in welchen Fällen ich an einem Tag vom Schreiben „freigestellt“ bin (etwa bei vielen Terminen, unvorhergesehenen Ereignissen oder schlaflosen Nächten) oder ob ich einen oder zwei Tage in der Woche „schreibfrei“ machen möchte.</p>



<p>Meiner Erfahrung nach ist es nicht ganz ohne, sich in diese Art des Arbeitens einzufinden. Oft&nbsp;brauche ich&nbsp;anfangs länger, bis ich mir selbst ein niedriges Tagespensum aus den Fingern gequält habe. Es kann Wochen dauern, bis es richtig „flutscht“. Für den ersten Versuch sollte man sich daher etwas länger Zeit nehmen und nicht gleich nach zwei oder drei Tagen aufgeben, falls der Anfang schwierig ist. Pensumsschreiben benötigt zwar ein gewisses Maß an Disziplin, wird aber dadurch versüßt und vereinfacht, dass es – falls das Pensum richtig gewählt ist – machbar ist und den Schreibenden mit Erfolgserlebnissen belohnt.<br>Natürlich ist diese Arbeitsmethode, wie anfangs schon geschrieben, sicher nicht für jede(n) geeignet. Auch ist die hier vorgestellte Methode eher auf Hobby- und Nebenberufs-Autor_innen wie mich abgestimmt. Berufsautor_innen müssen sich zwangsläufig ein höheres Pensum setzen und können sich vermutlich weniger Ausnahmeregeln erlauben.</p>



<p>Einen weiteren Blogartikel zu den Vor- und Nachteilen verschieden hoher Pensen findet ihr <a href="https://kaja-evert.de/2019/02/24/pensumsschreiben-verschieden-hohe-pensen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="hier (öffnet in neuem Tab)">hier</a>.</p>



<p>Ich hoffe, ich konnte euch einen Einblick in&nbsp;meine Arbeitsweise geben und euch vielleicht ermutigen,&nbsp;trotz aller Hindernisse stetig an euren Romanen zu arbeiten und vielleicht auch einmal etwas Neues zu probieren.<br>Eure Erfahrungen würden mich interessieren. Habt ihr es schon einmal mit Pensumsschreiben versucht? Warum funktioniert es für euch (nicht)?<br>Und ob mit Pensum oder ohne: Haut in die Tasten, Leute.</p>



<p>Eure Kaja</p>
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